Bruno H. Schubert - Stiftung

  Preisträger 2018

Preisträger des Bruno H.-Schuber-Preises 2018

KATEGORIE 1
John und Terese Hart

John und Terese Hart setzen sich seit über 40 Jahren für die Natur in der Demokratischen Republik Kongo ein und möchten große Schutzgebiete für die Zukunft sichern.

In enger Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort haben John und Terese Hart seit den 1970er Jahren die Flora und Fauna des Ituri-Waldes erforscht. Sie haben unter anderem groß angelegte Feldstudien an Okapis, Kongopfauen, Waldelefanten, Bonobos und Regenwald-Leoparden durchgeführt. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit waren hierbei auch Untersuchungen zur Jagd und deren Auswirkungen auf das Ökosystem Wald. In Zusammenarbeit mit der Universität von Kisangani unterstützten sie auch die Ausbildung kongolesischer Studenten und Wissenschaftler. Zu diesem Zweck wurde ein Forschungs-und Ausbildungszentrum im Ituri-Wald errichtet.

In jüngster Zeit konzentriert sich ihr Engagement auf die enge Zusammenarbeit mit den Gemeinden im und rund um den fast 9.000 Quadratkilometer großen Lomami Nationalpark, der erst im Jahr 2016 und mit großer Unterstützung der lokalen Bevölkerung als solcher deklariert wurde. Der Schutz des Parks erfordert viel Zeit und Ressourcen, zum Beispiel für die Kommunikation mit den Gemeinden, ausführliche Recherchen und Anti-Wilderei Projekte. John und Terese Hart haben dies mit außerordentlicher wissenschaftlicher Expertise und Erfahrung im Parkmanagement vorangetrieben.
Während des Krieges und auch danach hat sich das Vorgehen der Harts als wirksam erwiesen, sich intensiv mit den Menschen vor Ort auseinanderzusetzen. Ihr Engagement trotz der schwachen nationalen Naturschutzinstitutionen, intensiver Wilderei durch bewaffnete Gruppen und Zivilisten, die Zuflucht in den Parks suchen, ist kaum hoch genug einzuschätzen. Ihr unermüdlicher Einsatz hat John und Terese Hart zu zwei der bedeutendsten Naturschützern gemacht, die heute in Afrika leben und arbeiten.



KATEGORIE 2
Michael Kunkel

Michael Kunkel kennt jeden Baum im Spessart, jeder einzelne liegt ihm am Herzen – besonders die alten Waldbereiche mit ihren stummen Zeitzeugen. Den Spessart hat Michael Kunkel durchwandert und kartiert, um die biologische Vielfalt im größten zusammenhängenden Laubwaldgebiet Deutschlands bekannter zu machen. Außerhalb der Schutzgebiete sieht es allerdings nicht gut aus, denn die Forstwirtschaft verträgt sich nicht immer mit den Zielen des Naturschutzes.

Auf diesen Umstand macht Michael Kunkel seit vielen Jahren aufmerksam. In der Debatte um einen dritten Nationalpark für Bayern gehörte er zu den ersten, die den Spessart als geeignete Region vorschlugen und war für verschiedene Organisationen in dieser Phase wichtiger Ansprechpartner.

Michael Kunkel konnte durch sein unermüdliches Engagement eine Reihe von naturschutzfachlichen Verbesserungen in der Forstpraxis erwirken und hat als Gründungsmitglied und Vorsitzender des Vereins „Bürgerbewegung Freunde des Spessarts e. V.“ den Naturschützern eine Stimme gegeben.


Ruben Khachatryan

Mit höchstem persönlichem Engagement und Einfallsreichtum treibt Ruben Khachatryan den Naturschutz in seiner Heimat Armenien voran, hierzu gründete er die Foundation for the Preservation of Wildlife and Cultural Assets (FPWC).

Ruben Khachatryan überzeugt Gemeinden und Bürgermeister, der Stiftung FPWC Flächen zu überschreiben, die er zu einem ökologischen Korridor quer durch das bergige Land zusammenfügt. Im Gegenzug werden Umweltbildung und Entwicklungsmaßnahmen durchgeführt. Im Jahr 2010 richtete die FPWC das Kaukasus-Wildnis-Refugium (CWR) ein, das erste privat verwaltete Schutzgebiet im gesamten Südkaukasus. Die Fläche von derzeit 20.000 Hektar umfasst wichtige Korridore für Wildtiere, die allmählich nach Armenien zurückkehren. In weniger als sieben Jahren ist das CWR zu einem Erfolgsmodell eines privat verwalteten Schutzgebietes geworden.


KATEGORIE 3
Green Grubs, Enactus e.V., Goethe-Universität Frankfurt

Projektteam: Florian Gloger, Sophia Helene Schmidt-Lossberg, Nils Peiter, Clemens Schumm, Olivia Lassmann, Benjamin Dorbert

Die Weltbevölkerung wächst und mit ihr der Hunger, vor allem auch nach Fisch und Fleisch. Zuchttiere werden größtenteils mit Zugaben von Fischmehl und Soja gefüttert, dies ist ökologisch durchaus fragwürdig. Die Projektleiter von „Green Grubs“ haben entdeckt: Die schwarze Soldatenfliege Hermetia illucens ist eine ökologisch sinnvolle Alternative zu Fischmehl und Soja. Die Larve dieser Fliege zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie einen mit Soja vergleichbaren Proteingehalt hat und mit nahezu jeder Art von Biomüll als Futterquelle gezüchtet werden kann. Um das Potential der Made nutzen zu können, hat die Projektgruppe einen Inkubator entwickelt, in den man Futter, in Form von Biomüll, hinein gibt und dafür kontinuierlich Maden als Futtermittel „erntet“.


Bruno H. Schubert Preis 2018 - Michael Kunkel Bruno H. Schubert Preis 2018 - Michael Kunkel Bruno H. Schubert Preis 2018 - Ruben Khachatryan Bruno H. Schubert Preis 2018 - Green Grubs Bruno H. Schubert Preis 2018 - Preisträger

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